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Nandine Meyden

Erster Eindruck – innere Werte –

wie wirklich ist das eigentlich, was Sie von sich zeigen?

 

Wir sprechen heute nicht umsonst von „Selbstbild“ und „Fremdbild“ – das Bild, das ich von mir habe, muss ein anderes sein als das, was ein Nachbar, mein Chef, meine Mutter oder ein Partner hat. Jeder nimmt nur bestimmte Ausschnitte wahr und vermengt sie mit etwas Eigenem.

 

55 Prozent, also mehr als die Hälfte, werden durch die Optik entschieden. Da hilft es nicht, wenn wir uns selbst erzählen, „das Aussehen ist mir nicht so wichtig“. Neueste Veröffentlichungen weisen darauf hin, dass ein Mensch nur 150 Milli­sekunden braucht, um festzustellen, ob der Andere schön ist oder nicht. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass das Auge pro Sekunde 10 Millionen Bits an das Gehirn weiterleitet, unser Bewusstsein jedoch nur 10 bis 20 Bits pro Sekunde verarbeiten kann, so wird deutlich, wie sehr dieser Prozess im Unterbewusstsein statt­findet. Nach nur 250 Millisekunden hat schon eine unbewusste Entscheidung stattgefunden, ob wir den anderen sympathisch finden oder nicht. Viel Zeit für intelligente Sätze bleibt da nicht!

 

Rund sieben Sekunden dauert es tatsächlich nur, bis der erste Eindruck komplett ist. Ehrlich oder kompetent zu sein, heißt ganz klar nicht unbedingt, auch so zu wirken. Wie wir wirken, ist oft nicht so, wie wir wirklich sind. Der Umkehrschluss gilt genauso: Offen zu wirken, heißt noch lange nicht, auch offen zu sein. Hochstapler oder auch Heiratsschwindler wissen leider meist besser als ein gut ausgebildeter Angestellter, wie man mit solchen Mechanismen spielt.

 

Interessant ist dabei auch, dass wir es hierbei mit sehr vielen irrationalen Fak­toren zu tun haben. So weiß man, dass Menschen mit einer Brille meist als intelligenter und kompetenter eingestuft werden – aber auch als weniger attraktiv. Dies zeigt deutlich, wie irrig diese Eindrücke und Meinungen sind. Schließlich hat Fehlsichtigkeit nichts mit Intelligenz zu tun. Dennoch scheint es so zu sein, dass unbewusst der Gedanke entsteht, diese Person müsse wohl immer viel gelesen und sich so die Augen verdorben haben. Da dieser Eindruck unbewusst entsteht, kommt es natürlich nicht zur Überlegung, dass diese Person möglicherweise eine Brille aus Fensterglas trägt und ein anderer, ohne Brille, Kontaktlinsenträger ist.

 

Beim Bild, das wir von uns abgeben, spielt auch Kleidung eine große Rolle. Nicht umsonst streiten Teenager erbittert mit den Eltern um das, was sie tragen wollen. Wir sehen – zumindest in unseren Breitengraden – bei einer ersten Begegnung im Allgemeinen wenig vom Körper, aber viel von der Kleidung.

 

Das geht so weit, dass wir heute durch die modernen Forschungsmethoden der Medizin mit all ihre Apparaten wissen, dass ein Mensch im grauen Anzug tatsächlich als kompetenter eingeschätzt wird, als die selbe Person, (sein angeblicher Zwilling) im braunen Anzug.

 

Wer also denkt, in unserer Wissensgesellschaft mit ausdifferenzierten Feldern käme es nur auf Fachkenntnisse und eine Handvoll Softskills an, der irrt: Auch unsere Verpackung trägt zur Gesamtwirkung bei.

Etikette und mehr

Eignet sich Sprudel zum Zuprosten? Welche Hürden sollte ich bei Geschäftsessen meistern können? Was muss ich bei privaten Einladungen beachten? Casual Friday – bedeutet das automatisch Freizeitlook? Was genau sind eigentlich die Regeln im Umgang mit der Visitenkarte?  Was ist beim Firmenwagen zu beachten?

Als Spezialistin für moderne Umgangsformen und Regeln der Etikette schreibt Nandine Meyden auch für campushunter. Ihre Themen sind die Bereiche Business-Etikette und populäre Fettnäpfchen und Benimmirrtümer. Unterhaltsam um informativ zum sicheren Benehmen.


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